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EU-Schwellenwerte 2026: Was sie für Ihr Unternehmen bedeuten

Die EU-Schwellenwerte sind eine der wichtigsten Kennzahlen im öffentlichen Vergaberecht. Sie entscheiden darüber, ob ein Auftrag national oder europaweit ausgeschrieben werden muss. Wir geben Ihnen einen Überblick über die aktuellen Werte für 2026 und erklären, was das für Ihre Akquise bedeutet.

Was sind EU-Schwellenwerte?

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland (wie Bund, Länder, Kommunen) müssen bei der Beschaffung von Bau-, Liefer- und Dienstleistungen bestimmte Regeln einhalten. Die EU-Schwellenwerte markieren die finanzielle Grenze, ab der ein Auftrag so groß ist, dass er für den europäischen Binnenmarkt relevant wird.

Wird der geschätzte Auftragswert (ohne Umsatzsteuer) erreicht oder überschritten, muss die Ausschreibung europaweit im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union (TED - Tenders Electronic Daily) veröffentlicht werden. Bleibt der Wert darunter, gelten die nationalen Vergaberegeln (Unterschwellenvergabe).

Die aktuellen Schwellenwerte (Stand 2026)

Die Europäische Kommission passt die Schwellenwerte in der Regel alle zwei Jahre an. Hier sind die wichtigsten Werte für klassische öffentliche Auftraggeber:

Art der LeistungAuftraggeberSchwellenwert (netto)
BauleistungenAlle öffentlichen Auftraggeber5.538.000 €
Liefer- und DienstleistungenOberste Bundesbehörden143.000 €
Liefer- und DienstleistungenAndere öffentliche Auftraggeber (z.B. Kommunen)221.000 €
Soziale und andere besondere DienstleistungenAlle öffentlichen Auftraggeber750.000 €

Warum ist die Unterscheidung für KMU so wichtig?

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind Ausschreibungen unterhalb der Schwellenwerte oft besonders attraktiv. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Weniger Bürokratie: Nationale Vergabeverfahren (wie die Unterschwellenvergabeordnung - UVgO) sind oft weniger formalistisch als europaweite Verfahren.
  • Lokaler Fokus: Kommunen schreiben kleinere Aufträge oft nur regional aus, was den Wettbewerb mit internationalen Großkonzernen reduziert.
  • Losaufteilung: Große Aufträge müssen oft in kleinere Lose (Fach- oder Teillose) aufgeteilt werden, um KMU die Teilnahme zu ermöglichen.

Das Problem der "versteckten" Ausschreibungen

Während europaweite Ausschreibungen zentral auf TED und Bund.de veröffentlicht werden müssen, gibt es für nationale Unterschwellenvergaben keine zentrale Pflichtplattform. Viele Kommunen veröffentlichen diese lukrativen Aufträge ausschließlich auf ihren eigenen, lokalen Websites.

Wie Sie Unterschwellenvergaben finden

Wenn Sie sich auf Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte konzentrieren möchten, reicht es nicht aus, nur die großen Portale wie eVergabe oder DTVP zu durchsuchen. Sie müssten theoretisch hunderte kommunale Websites regelmäßig manuell prüfen.

Die Lösung: vergabe.bot automatisiert diesen Prozess. Unsere KI-Suchmaschine durchsucht nicht nur die 58 zentralen Plattformen, sondern auch über 500 kommunale Quellen. So finden Sie genau die Unterschwellenvergaben, die andere Unternehmen übersehen.

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